Ehrenpräsident Hans-Albert Kratz

 

Auszug aus der Trauerrede  (von Hans-Gerd Schneider stellv. für die Vereine)

Die Merlauer Carnevals Vereinigung, die TSG Merlau, die Freiwillige Feuerwehr Merlau, die Sängervereinigung und der Sportangelverein Mücke müssen von einem langjährigen, treuen Vereinsmitglied Abschied nehmen. Gerne half er auch Vereinen und Gruppierungen in denen er kein Mitglied war und unterstützte sie. Uns alle hat die Nachricht vom  Tod von Hans-Albert sehr betroffen gemacht, um nicht zu sagen hart getroffen. Als wir das erste Mal von seiner Krankheit erfuhren, wollten wir das nicht wahr haben.

Viele hielten es für einen bösen Traum.  Leider  wurde es am 24. Dezember zur traurigen  Gewissheit, dass Hans aus seinem irdischen Leben abgerufen wurde.  

Dem Sportangelverein trat er kurz nach der Vereinsgründung als aktives Mitglied ein. Er hielt dem Verein bis zu seinem Tod die Treue, wobei er in den letzten Jahren das Amt des Teichwarts innehatte.  

In der Sängervereinigung war er lange Jahre Mitglied. Im Männerchor hat er einige Zeit mitgesungen, bis dieser sich mangels Sänger auflöste. Beim Fußball - Gauditurnier verstärkte er unsere Mannschaft.  

Als 8jähriger wurde er in der TSG Merlau angemeldet. Auch nach seiner aktiven Laufbahn blieb der dem Verein verbunden. Von 1986 bis 1988 war Hans-Albert  Geschäftsführers, bevor er von 1990 bis 2006  das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden übernahm. In seiner langen Vereinszugehörigkeit war er noch mit anderen Aufgaben im Verein als Jugendleiter und Abteilungsleiter Fußball betraut. In 2019 wurde er für seine Vereinstreue zum Ehrenmitglied ernannt. Außerdem wurde ihm von der Gemeinde der große Ehrenbecher zugesprochen und überreicht.  

Hans-Albert Kratz trat  am 01. Januar 1967 der freiwilligen Feuerwehr als aktiver Feuerwehrmann bei. Nach einigen Jahren musste er durch seine berufliche Tätigkeit die aktive Laufbahn beenden, blieb aber in den ganzen Jahren der FFW verbunden.  Er wurde für 25jährige und 50jährige treue Vereinszugehörigkeit geehrt.    

Seine ganz große Vereinsliebe aber gehörte der Merlauer Carnevals Vereinigung, seinem MCV. Er hat in über 4 Jahrzenten diesen Verein mit aufgebaut und auch geprägt. Hans war ein ganz Großer  der Merlauer Fassenacht.  

Als 14jähriger stand er als Page zum ersten Mal auf den Brettern, die für ihn die Welt bedeuteten. Damit begann eine bis heute beispiellose Laufbahn. Das Amt des Pagen hatte er einige Jahre inne. Danach wirkte er bei den Merlauer Hofsänger mit, bevor er in 1975 zum ersten Mal in die Bütt stieg.  Seine rednerischen Beiträge gehörten in jeder weiteren Kampagne zu den Höhepunkten.  

Stellvertretend für viele hier eine kleine Auswahl: 1983 in der Nostalgiesitzung kam er als Hausmann, 1992 als Tanzmariechen und 2007 klagte er „ich wäre so gern ein Struwwelich“. In 1977 bildete sich eine neue Gesangsgruppe „Die Obstler“. In dieser Gruppe wirkte Hans Albert bis 1988 mit, als Sänger und als Texter. Zu einem Symbol der Merlauer Fassenacht wurden seine Darbietungen als Fenstergucker. 17 lange Jahre hat er auf der Bühne im Fenster stehend, das Dorfgeschehen moderiert und so manch einen durch den Kakao gezogen. Bis zum Auftritt war immer geheim, wen er im Programm haben würde. Manch einer wurde im Saal ganz klein, wenn er anfing.

Hans-Albert wurde in 1977 stellvertretender Sitzungspräsident, bevor er ab 1980 die Regentschaft als Präsident übernahm. In diesem Amt war er ein absoluter Perfektionist. Er stellte in seiner Amtszeit den Ablauf der Sitzungen auf. Danach hatte sich jeder zu richten und daran zu halten. Das Ergebnis gab ihm immer Recht.  Viele Faschingsfreunde aus der Umgebung haben ihn kontaktiert. Von den Nachbarvereinen wurde er geschätzt und bewundert, mit welch einer Ausstrahlung er die Sitzungen leitete. Er übernahm im Verein auch Verantwortung, so war er zeitweise stellvertretender Vorsitzender.  

Es folgen Aktionen, bei denen Hans-Albert als Initiator dabei war. Federführend hat er in 1983 die Sitzung „Jugend in der Bütt“ ins Leben gerufen. Bis heute ein Aushängeschild unseres Vereins.  Auch gibt es seit damals als Dankeschön für die Aktiven jeweils am Aschermittwoch das „Heringsessen“. 1992 war er Mitinitiator des „Mücker Umzugs“. 1994 wurde erstmalig auf sein Betreiben hin das Garde- und Showtanzturnier im Zelt geplant und durchgeführt. Seit 2007 gibt es im MCV die Weiberfassenacht. Auch da war er in vorderster Front als Planer, Ratgeber  usw. dabei. Er rief auch den Gulaschumzug ins Leben und hat jahrelang bei der Zubereitung und bei der Verteilung geholfen.

Zum Abschluss der Sitzungen wird seit fast 30 Jahren das Lied „Tolle Tage, tolle Nächte“ gesungen. Der Text zu diesem Stück stammt ebenfalls aus der Feder von Hans-Albert.

In 2010 legte er das Amt des Präsidenten nach über 33 Jahren in die Hände seines Nachfolgers.  Der verabschiedete ihn mit folgenden Worten:  

31 Jahre warst du Faschingspräsident,

hier auf de Mück, dich ein jeder kennt,

bist immer gut drauf, voller Elan,

nichts bringt Dich aus der Bahn.

Ganz oft hast Du den Saal zum Beben gebracht,

Ein jeder hat über deine Witze gelacht,

MCV und Elferrat danken, das sollst du wissen,

wir Alle werden dich furchbar vermissen.  

Er übernahm 2011 das Amt als Chef der Ehrensenatoren. Seit 2018 war er Vorsitzender im Ältestenrat. Für alles was aufgezählt wurde, erhielt er aus Dankbarkeit seitens des Vereins den MCV Ehrenorden, die MCV Ehrennadel in Gold. In 2010 wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt und war damit gleichzeitig auch Ehrensenator. Von der Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval wurden ihm für seine Verdienste um die Fassenacht der IGMK Ehrenorden in Gold mit Brillanten verliehen.  

Ein Zitat aus der Laudatio anlässlich seiner Verabschiedung als Präsident passt leider auch heute:  

„Und ruft uns der Sensemann einmal ab, das wisse mir doch ganz genau, der trägt bestimmt kei Narrekapp, und empfängt uns auch net mit Helau, Da sage ich Ade nun ihr Lieben Die Erinnerung ist uns geblieben“.   Liebe Trauergemeinde werte Angehörige, die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.  

So ein Vereinsmitglied, wie Hans-Albert eines war, fehlt unendlich. Wir durften uns glücklich schätzen einen Aktiven wie ihn, in unseren Reihen zu haben.   Wir alle werden seiner Persönlichkeit, Hilfsbereitschaft und Treue gerne gedenken und sein Andenken in Ehren halten.

Ein wertvoller, hilfsbereiter Mensch hat die irdische Welt verlassen und uns ewige und sehr gute Erinnerung zurückgelassen.  Leise kam das Leid zu ihm, trat an seine Seite, schaute still und ernst ihn an, blickte dann ins Weite. Leise nahm es seine Hand, ist mit ihm geschritten, lies ihn niemals wieder los, er hat viel gelitten. Leise ging die Wanderung über Tal und Hügel, und uns war’s als wüchsen still, seiner Seele Flügel. Lieber Hans,  zum letzten Mal ein dankbares Helau.   Menschen treten in unser leben Und begleiten uns eine Weile, einige bleiben für immer, denn sie hinterlassen Spuren in unseren Herzen!